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Vergessen

'Ich werde die Zeit mit dir oder dich nie vergessen.' Manchmal bekommt man so etwas öfter im Leben zu hören. Von Freunden, recht kurzlebigen Bekanntschaften, der ersten großen Liebe und die Lieben die darauf folgen. Viel gemerkt habe ich davon bis jetzt nicht. Im Gegenteil. Oft frage ich mich, was für eine Bedeutung dieser Satz überhaupt hat. Ist das nur so eine Floskel, die man voller Euphorie - im Zuge des Moments einfach von sich gibt ohne es wirklich so zu meinen? Möchte man den Gegenüber einfach nur besänftigen, weil man weiß dass man die Person womöglich sowieso bald vergisst und sich kein Stück mehr für sie interessiert...?

Ich war schon immer ein Mensch der gern in der Vergangenheit lebt, sich viel zurückerinnert und Geschehnisse hinterfragt - manchmal bis zum Zerdenken. Nicht unbedingt förderlich. Ich kann mir nicht helfen aber wann immer ich alte Briefe, Textnachrichten, vergangene Gespräche oder Chatverläufe durchgehe, fühle ich mich belogen und hintergangen. Natürlich geht jeder seinen eigenen Weg und lebt weiter ... Tag ein, Tag aus. Neue Erfahrungen, neue Erlebnisse, neue Bekanntschaften. So wie sich die Welt jeden Tag aufs neue dreht und der Tag zur Nacht wird, so macht man auch im Leben einfach weiter und weiter...

...und vergisst. Vielleicht beschäftigt es mich auch einfach nur so sehr weil ich nicht vergessen kann, selbst wenn ich wollte. Ich bin mir durchaus bewusst, dass man die Vergangenheit oftmals auf sich beruhen lassen sollte - aber aus irgendeinem Grund kann ich das nicht. Die Vergangenheit ist so ein unendlich wichtiger Bestandteil von dem was und wer ich heute bin, dass ich nicht einfach die Augen verschließen und so tun kann, als hätte es all die Menschen nie gegeben.
6.11.16 18:57


Traum

Ich hab dich heut Nacht gesehen. Klar und deutlich standest du vor mir und hast mir tief in die Augen geschaut. Den Blick kannte ich schon. So siehst du mich immer an: durchdringend, verzweifelt, fast schon flehend. Deine Haare waren ein bisschen zerzaust, der Bart stoppelig, die Lippen zu einer geraden und ernsten Linie geformt. Oh wie hatte ich dich vermisst.

Mein Kopf tat weh, ich war müde. Ich hatte nicht damit gerechnet dich zu sehen, nicht schon wieder. Nicht jetzt. Ich drehte mich weg und wollte gehen, doch plötzlich fühlte ich einen Widerstand in meiner Hand. 'Bleib', batest du mich mit leiser und rauer Stimme. Ich wollte bleiben. Wollte für einen Moment alles um mich herum vergessen und einfach nur bleiben. Doch es ging nicht. Nun war ich diejenige mit dem flehenden Blick.

Dein Mund öffnete sich langsam und ich dachte nur darüber nach wie ich mich dem Augenblick entziehen konnte. Dich zu sehen war schmerzhaft genug. Ich blickte auf meine Hände herab und sah wie sie langsam anfingen zu zittern. 'Du wirst immer alles für mich sein', meintest du mit fast schon flüsternder Stimme. Ich wollte dir so gern glauben. Ich wollte deine Worte erwidern, doch nur der leiseste Versuch wurde sofort im Keim erstickt. Die Vernunft siegte.

Plötzlich verschwammst du vor meinen Augen. Ich geriet in Panik. Nicht jetzt. Noch nicht. Doch du warst schon weg und ich zurück in der Realität. Natürlich, es war nur ein Traum.

Seien wir ehrlich: Träume können ziemlich scheiße sein. Sie kennen dich in und auswendig und wissen genau wie sie dich beeinflussen können. Du fühlst dich stark, stolz darauf all den Mist der dich ewig beschäftigt hat endlich hinter dir gelassen zu haben, doch eine Nacht später wachst du auf und alles ist anders. Zumindest für eine Sekunde. Warum? Ist das eine Art Probe, ein Test um sicherzugehen dass wir auch wirklich komplett mit einer Sache abgeschlossen haben? Oder sind Träume eine Reflexion unserer Wünsche; eine Geschichte die nie zu ende geschrieben wurde? Vielleicht sind Träume aber auch einfach nur Träume. Ein Rückzugsort für all jene Gedanken, die wir uns nicht trauen laut auszusprechen.
20.4.16 00:05


Zeit

Ich hab mal gehört dass die Zeit alle Wunden heilt. Bullshit. Tut sie nicht. Im Gegenteil, Zeit kann so richtig gemein sein. Sie kann dich täglich daran erinnern dass du dich mehr und mehr vom Problem entfernst, ohne dich wirklich vom Problem zu entfernen. Klingt kompliziert? Ist es auch. Zeit ist wie ein Schatten der sich um den Schmerz hüllt um ihn auf unbestimmte Dauer lahm zu legen. Doch wann immer etwas Licht darauf trifft, ist das wie ein Stich. Ein Stich der die Zeit kurz stillstehen und dich zusammenzucken lässt, weil deine Mauer die du dir so sorgfältig aufgebaut hast einfach mal in sich zusammenfällt. Autsch. Da ist er wieder, dieser Schmerz. Verdammter, verfluchter Schmerz. Zeit heilt gar nichts. Zeit hält dir nur einen Spiegel vor dein gealtertes Ich und erinnert dich daran was du erreicht hast - nämlich gar nichts. Naja, zumindest fühlt es sich so an oder du redest es dir ein. Denn mit dem Eingeständnis dass du eigentlich nie mehr so sein kannst wie zuvor, hast du bereits Großes erreicht.

Wir belügen uns selbst wenn wir ernsthaft glauben dass Zeit die Lösung all unserer Probleme ist. Nun, vielleicht nicht zu allen. Überhaupt zu irgendwelchen Problemen. Denn wenn ich etwas gelernt habe, dann dass das Echo der Zeit eine wahnsinnige Stille und Leere auslösen kann, die es fast unerträglich macht auch nur eine Sekunde lang klar zu denken. Zeit erlaubt dir Dinge immer wieder und wieder ins Gedächtnis zu rufen und erneut zu durchleben, bis du wieder an dem Punkt bist, an dem alles begonnen hat. Hätte, könnte, wollte.. Es wird dich nie loslassen, egal wie viel Zeit vergeht. Und je früher du das begreifst, desto eher hast du eine Chance einen kleinen Funken Glück und Zufriedenheit zu erhaschen - selbst wenn es nur für einen Augenblick ist. Ein Hauch von Liebe - das schönste Gefühl auf dieser Welt.

Und auch wenn das alles sehr dramatisch klingt, so ist es eigentlich nur eine realistische Darstellung vom Lauf der Dinge. Wir sind keine Roboter oder Computer die ein nicht erwünschtes Dokument einfach mal so löschen können. Und um ehrlich zu sein ist es doch auch genau das, was uns zum Menschen macht. Schlechte Erfahrungen prägen und begleiten uns für den Rest des Lebens. Natürlich tut es weh. Und ja, wir werden auch noch in ein paar Jahren daran zurückdenken und einen kurzen Moment den Atem anhalten weil allein der Gedanke daran uns eben genau diesen raubt. Aber wir werden irgendwie weitermachen. Nicht wahr? Denn auch wenn die Zeit keine Wunden heilt, so hilft sie uns mit dem Schmerz zu leben, mit ihm umzugehen und schließlich zu akzeptieren.

18.1.16 21:34





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