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Traum III Part 2

In der tiefblauen Dunkelheit spazierten wir bis an den Rand der Stadt, wo sich ein langer, weißer Sandstrand erstreckte. Ringsherum reflektierte sich das Glitzern der nahe stehenden Laternen im Wasser. Von weitem hörte man noch dumpf Gelächter und das Klirren von Gläsern, das durch den Wind aus den Strandbars herüberschwebte. Wir ließen uns an einer ruhigen Ecke nieder und lauschten einer ganzen Weile dem sachten Wellenrauschen. Es tat gut. Es tat gut in dem Moment mit dir an diesem Strand zu sitzen. Ohne dich anzuschauen, spürte ich deine Anspannung und deinen nachdenklichen Gesichtsausdruck. "Ich bin sehr glücklich, weißt du", begannst du vorsichtig. Ich weiß, dachte ich. Natürlich wusste ich das und es gab keinen Zweifel, dass ich dir nicht alles Glück auf dieser Welt wünschen würde. Es war nie anders. Über die Lippen bringen konnte ich diesen Satz jedoch nicht. Stattdessen entschied ich mich für ein "Mhm" und fixierte meinen Blick weiterhin geradeaus auf das nachtblaue Wasser. Es tat weh. Nach all der Zeit tat es noch immer weh. Ich versuchte mit all meiner Kraft die Tränen zu unterdrücken, die sich langsam ihren Weg nach oben bahnten. Ich spürte deinen eindringlichen Blick von der Seite. Ein Blick der eigentlich nur Mitleid ausdrückte. Mitleid, welches ich nicht haben wollte. Ich brauchte kein Mitleid. Mir ging es gut.

"Aber das bedeutet nicht, dass ich nie an dich denke", unterbrachst du meine Gedanken. So, als hättest du genau gewusst, was gerade in meinem Kopf vorging. Ich sah auf und drehte meinen Kopf zur Seite. "Okay", gab ich mit zitternder Stimme zurück und blickte dir sanft in die Augen. Eine Träne kullerte langsam meine Wange hinunter und ich konnte sehen, dass das nicht spurlos an dir vorüberzog. "Es tut mir leid", sagte ich. "Ich will endlich, dass es aufhört." Den letzten Satz konnte ich nur noch mit einem leichten Schluchzen herausbringen. "Ich weiß", sagtest du. Auch deine Stimme begann zu brechen. Ich war müde und erschöpft. Erschöpft vom vielen Denken. Müde vom vielen Laufen. Ich ließ meinen Kopf auf deine Schulter sinken und war froh, dass du mich gelassen hast. Das Rauschen der Wellen wurde leiser und ich spürte, wie meine Augen immer schwerer wurden ...

Ich war dankbar. Dankbar, dass du mit mir an diesem Strand gesessen und mir zugehört hast. Dankbar, dass ich mich mit meinen Gedanken nicht mehr so einsam fühlen musste. Dankbar, dass auch du noch manchmal an mich denkst. Ich wusste, dass von nun an alles besser werden würde.





Balmorhea - Truth
6.4.20 20:25
 


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